Bericht von der Großdemonstration in Hannover am 10.6.2026 gegen Sozialabbau vor dem Alten Rathaus Am Platz der Menschenrechte
Die Gewerkschaft Verdi hat die Busse bezahlt, die Rotenburger Werke sponserte die Lunch-Pakete. Alle "abkömmlichen" Mitarbeiter und Werkstattbesucher erhielten frei ,um an der Großdemo teilzunehmen. Die Gewerkschaft hat nun wieder ein "Thema", um mobil zu machen, neben ihrer Aufgabe, für gerechte Tarifabschlüsse zu sorgen. Mit 3 Bussen machten wir, mein Sohn Florian und ich uns auf den Weg nach Hannover.
Nein zu allen Kürzungen bei der Gesundheit, gegen Jobkahlschlag und Aufrüstung. Viele Parolen auf Transparenten und Pappschildern.
8.000 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet aus Kliniken, Pflegediensten und Einrichtungen der Behindertenhilfe waren gekommen.
Worum geht es bei uns in der Eingliederungshilfe? Um einiges!
Das Wunsch- und Wahlrecht der Beeinträchtigten könnte ausgehöhlt werden, heißt keine Selbstbestimmung mehr wo man wohnen und arbeiten möchte. Leistungsabbau in den Einrichtungen wird zwingend, wenn ausgehandelte Tarife nicht mehr refinanziert werden. Doppelmoral, weil vor gerade mal 2 Wochen verkündet wurde, Aufträge des Bundes nur noch an die Firmen, die Tariflöhne bezahlen.
Jedenfalls klafft eine Finanzierungslücke von 15 Milliarden, die es nun zu schließen gilt. Nun müssen die Lasten aber gerecht verteilt werden. Meine politische Heimat ist eher links verortet und deshalb bin ich der festen Überzeugung, wem es besser geht in diesem Land, ist auch verpflichtet "etwas mehr" für die Sozialgemeinschaft beizutragen. Jeder der über 80.000 € jährlich verdient, sollte etwas mehr zur Kasse gebeten werden und natürlich: Ja zur Reichensteuer! Parolen, wie Panzer und Drohnen statt Pflege und Betreuung, wurden immer wieder angesprochen oder waren auf Schilder gedruckt. Meiner Meinung nach ein unkorrektes gegeneinander ausspielen. Wir haben es uns ja nicht ausgesucht, dass wir jetzt mehr investieren müssen in die Rüstung und Verteidigung, weil es bei Merkel und Scholz vernachlässigt wurde in zwei Jahrzehnten. Das heißt nicht, dass ich gegen eine Übergewinnsteuer wäre. Wer exorbitant von der Situation profitiert, sollte unbedingt zur Finanzierung der Lücken beitragen.
Und doch schreibt der Ökonom Hartmut Berghoff „Es ist uns noch nie so gut gegangen, wie es uns momentan geht.“ Ist das so? Für mich und meine Familie mag das stimmen. Für viele andere aber nicht ! Und deshalb müssen wir wachsam sein und für unsere Beeinträchtigten kämpfen. Sie selber können es nicht!
Martin Petzold 6/2026
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